|

Wenn
man von Herzogenaurach das wiesenreiche Aurachtal flußaufwärts
geht, ist die Lenzenmühle mit ihrem schönen Fachwerk
nicht zu übersehen. Der ursprüngliche Name war
Mittelmühle und wird 1516 das erste Mal genannt. 1810 beschreibt
Amtmann Roppelt von Herzogenaurach die Mühle mit zwei Mahlgängen,
einem Schneidegang, Haus, Stadel und Grundstücken.
Die Lenzenmühle war immer eine Getreide- und Handelsmühle.
Mit einem Wasserrad von vier Metern Durchmesser konnte die Wasserkraft
genutzt werden. Später kam ein Diesel- und Elektromotor
dazu, die Turbine leistete 18 PS; so kam die Transmission in Schwung
und es konnte Getreide zu Mehl gemahlen werden. Vom Sägewerk
aus dem 19. Jahrhundert ist noch ein Gatter mit einem Blatt und
ein hölzernes Rad erhalten, was Seltenheitswert hat. Johann
Ortegel von der Greienmühle an der Aisch heiratete 1937 Maria
Köhler von der Lenzenmühle. Anfang der 50er Jahre
wurde die Lenzenmühle aufgestockt und modernisiert; vier
Doppelwalzenstühle, ein einfacher Walzenstuhl und ein vierteiliger
Plansichter wurden eingebaut. Der Sohn, Peter Ortegel, erlernte
im elterlichen Betrieb das Müllerhandwerk und machte 1965
in München seine Meisterprüfung. Die vollautomatischen
Mühlen sind es, die den kleinen Mühlen schon in den
60er und 70er Jahren das Wasser abgruben. Das Mühlensterben
im Aurachtal war nicht mehr zu verhindern. Die Lenzenmühle
war bis 1990 in Betrieb.
|
Stammwinde:Diese
Technik fand bis Mitte des 19.
Jahrhunderts in kleinen Betrieben Anwendung; Senkrechter
Teil: Haspelwellbaum mit Ritzel; waagrechter Teil:
Windenwellbaum mit Kammrad.
|
|
|